Weber geht in den OstenDer Markdorfer Motorenbauer Weber Motor GmbH möchte im brandenburgischen Grünheide für 30 Millionen Euro einen neuen Standort aufbauen. Dort soll ab Ende 2010 die komplette Produktion für die Nachfolgegeneration des Zweizylinders MPE 750 anlaufen. Georg von Falck, Geschäftsführer der Weber Motor GmbH, bestätigte die Pläne des Unternehmens gegenüber dem SÜDKURIER.Markdorf – Die Weber Motor GmbH, die seit Januar diesen Jahres aus der bisherigen Konzernmutter Weber Automotive herausgelöst ist, will die Produktion des Nachfolgers ihres marktstärksten Motors MPE 750 nicht in Markdorf sondern in den neuen Bundesländern ansiedeln. Der noch in Markdorf neu entwickelte kleine und leistungsstarke Zweizylinder MPE 850 soll ab Ende 2010/Anfang 2011 in rund 8000 Einheiten jährlich im brandenburgischen Grünheide vom Band laufen. Das Investitionsvolumen für das neue Werk wird mit rund 30 Millionen Euro beziffert. Von Falck, in der Weber-Motor-Geschäftsführung verantwortlich für das operative Geschäft, sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass parallel in diesem Zeitraum die Produktion des MPE 750 in Markdorf „in absehbarer Zeit“ auslaufen werde.
Albert Weber vor seinem Firmengebäude
Sollten am neuen Standort im Oder-Spree-Kreis tatsächlich 200 Mitarbeiter eingestellt werden, würde sich die Weber Motor GmbH bei der Personalstärke auf einen Schlag verdreifachen. Bislang beschäftigt Weber Motor knapp 100 Mitarbeiter, den größten Teil davon in der Entwicklung und Bereichen abseits der Produktion. Mit dem MPE 850 soll in Brandenburg eine komplett neue Motorengeneration gefertigt werden, die auch für alternative Antriebe, etwa im Bereich Hybridlösungen geeignet ist. Wie es in Branchenkreisen heißt, wolle das Unternehmen den Schwerpunkt seiner dortigen Produktion gerade auf solche alternativen Antriebe setzen. Auch für den MPE 750 hatte es in Kooperation mit einem französischen Spezialisten bereits eine Hybridversion gegeben. Zu den Gründen, weshalb sich das Unternehmen für den Standort Brandenburg und nicht für Markdorf entschieden habe, wollte sich von Falck gestern nicht äußern. Einzelheiten dazu wolle man derzeit „nicht in die Öffentlichkeit kommunizieren“, sagte er. Grundsätzlich, so von Falck, solle „langfristig“ auch die Produktion des Vierzylinder-Motors MPE V4 nach Brandenburg verlagert werden. Ziel sei, die gesamte Motorenproduktion der Weber Motor GmbH in Grünheide zu bündeln, deshalb auch die dort anvisierte Mitarbeiterzahl von 200. In Markdorf hingegen solle auf Sicht nur noch die Teilebearbeitung der Weber Motor GmbH verbleiben. Dies bedeute aber kein Zusammenstreichen des Firmensitzes Markdorf, versicherte von Falck gestern gegenüber dem SÜDKURIER: „Davon, dass wir in Brandenburg deutlich mehr Aufträge für die Motoren generieren wollen, wird auch Markdorf profitieren.“ Langfristiges Ziel sei die Ausweitung der Geschäfte für beide Standorte.
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