A major order helps Weber AutomotvieThe US-Engine-producer Cummins helps with a major order Weber Automotive.Following you can read the original article, published in the local paper: Im Gespräch mit dem SÜDKURIER kritisiert Firmenchef Albert Weber die fehlende Kreditvergabebereitschaft der Großbanken, nimmt aber seine Hausbanken Sparkasse Bodensee und Volksbank Überlingen aus. Bei der Sparkasse betont man, dass der Mittelstand in der Region keine Kreditklemme befürchten müsse.
Ein Bild aus besseren Zeiten: Firmenchef Albert Weber (Zweiter von rechts) mit Landrat Lothar Wölfle (rechts) und Bürgermeister Bernd Gerber (Zweiter von links) bei Wölfles Antrittsbesuch in Markdorf.
Im Herbst vergangenen Jahres vermeldete Albert Weber stolz den bislang größten Einzelauftrag der Firmengeschichte: Der US-Großmotorenhersteller Cummins gab im November den Markdorfern den Auftrag für monatlich 110 Motorblöcke und Zylinderköpfe für Truck-Dieselmotoren, entsprechend dem Volumen von 30 Prozent der Cummins-Produktion und gezeichnet für eine Laufzeit von fünf Jahren. Der Auftrag, sagte Weber seinerzeit, habe eine Größenordnung, die der Herstellung von monatlich 600 Pkw-Motoren entspreche.
Dieser Großauftrag hält Weber Automotive am Leben. Würde er wegbrechen, wovon zurzeit nicht auszugehen ist, sähe es düster aus für das Unternehmen. Gibt es einen Weg aus der Krise? „Wir werden uns durchhungern müssen und jede Option prüfen, die der Markt bietet“, sagt Weber. Das Eigenkapital, die Liquidität, also Mittel, von denen man in harten Zeiten zehren kann, sind dünn geworden: „Wir kämpfen uns Monat um Monat durch und drehen an allen möglichen Rädchen“, so der Firmenchef, „und uns hilft, dass Cummins nach wie vor fair zu uns steht“. Wie lange sich auf diese Weise noch „durchhungern“ lässt, weiß auch Weber nicht. Wenn Hilfe, auf die man in den nächsten Wochen und Monaten setze, aber ausbleibe, „dann werden wir zur ein oder anderen brutalen Entscheidung gezwungen sein“, befürchtet er.
Für den erfolgsverwöhnten Markdorfer „Selfmade-Man“, der aus einer Garage heraus als 19-Jähriger die ersten Komponenten verkaufte und den Betrieb in drei Jahrzehnten zu einem anerkannten Technologieführer auch auf dem internationalen Markt aufgebaut hatte, sind das die bittersten Stunden seines Unternehmerlebens. In den vergangenen Jahren hatte Weber Automotive noch für etliche positive Schlagzeilen gesorgt – mit extrem leichten, hubraumschwachen und spritsparenden, aber zugleich ungemein kräftigen Motoren, mit innovativen Hybridlösungen, die es in diesem Segment bislang noch nicht gab, und mit der Kompetenz, im „Down-Sizing“, der vom Markt nachgefragten Hubraumverkleinerung bei bleibender Leistungsentfaltung, die Marktführerschaft zu übernehmen.
Alles vorbei – zurzeit. Heute fragt danach keiner mehr. Die Krise hat alle im Griff, auch die Hersteller. Die sparen an der Entwicklung, und in der Folge wird der Einsatz innovativer Antriebe, wie sie vor allem Weber anbietet, auf Eis gelegt. „Wir wollen unser Unternehmen durch die Krise durchbringen“, gibt sich Weber dennoch kämpferisch. Doch auf die Unterstützung der Groß- und Geschäftsbanken kann er nicht mehr bauen. „Was da zurzeit durch die Medien geht unter dem Stichwort Kreditklemme, trifft voll und ganz zu“, sagt er. Seit einem Jahr bereits, so seine Beobachtungen, sei alles, was mit der Automotive-Branche zu tun habe, den Großbanken „ein rotes Tuch“: Diese könne man „alle über einen Kamm scheren, die helfen dem Mittelstand überhaupt nicht“. Ebenso verhalte es sich mit den staatlich gelenkten Geldhäusern wie etwa der Kfw-Bank oder der L-Bank. „Das scheint mir eine große Werbeaktion der Regierung zu sein. Wenn es darauf ankommt, wird Null und Nichts gemacht“, findet Weber deutliche Worte: „Man braucht Banken in der Not. Aber heute haben Sie da keine Chance mehr, jede Minute ist verlorene Zeit!“ Man müsse aber unbedingt differenzieren: Von den örtlichen Geldhäusern, seinen Hausbanken Sparkasse Bodensee und Volksbank Überlingen, werde er nach wie vor „sehr, sehr gut unterstützt“. Im Rahmen der Möglichkeiten werde dort alles getan um zu helfen. „Dafür möchte ich auch eine Lanze brechen“, sagt Weber.
Das Problem: Für einen Mittelständler ist Weber ein großes Unternehmen mit einem in der aktuellen Lage auch großen Kreditbedarf – und der ist inzwischen zu groß, als dass er von Sparkasse oder Volksbank alleine bedient werden könnte. „Bei einer bestimmten Größe der Kredite“, sagt Weber, „kann eine Sparkasse oder Volksbank nicht mehr mitmachen“. Geht es um zweistellige Millionenbeträge, müssen die Hausbanken passen.
Das bestätigt indirekt Wolfgang Aich, Bereichsdirektor und Sprecher der Sparkasse Bodensee. Auch in seinem Haus gebe es eine Kreditgrenze, deren Summe Aich jedoch nicht nennen möchte. Dennoch betont Aich: „Unsere klare Richtung ist: Wir stehen zu unseren Mittelständlern. Das waren immer schon unsere Kunden.“ Für sein eigenes Haus ist Aich, auch angesichts der vergangenen guten Geschäftsjahre der Sparkasse Bodensee, nicht bange. „Wir haben noch genug Spielraum, um unsere Kunden mit Krediten zu versorgen.“ Im Gegenteil: Im Zuge der Krise und bei offenbar starker Nachfrage hat die Sparkasse ihr Kreditgeschäft ausgeweitet. Aich macht die Entwicklung an Zahlen fest. Im ersten Halbjahr 2008 habe die Sparkasse rund 106 Millionen Euro an Darlehen an Unternehmen und Selbstständige ausgezahlt, im ersten Halbjahr 2009 seien es bereits rund 132 Millionen Euro gewesen. Auch bei dem Bestandszuwachs von Krediten an die selbe Klientel in Höhe von 4,6 Prozent im ersten Halbjahr 2009 liege man über dem Bundesdurchschnitt von 3,1 Prozent. Dies, so der Sprecher, sei ein Indikator dafür, dass die Kunden ihre Kredite ausweiten. „Das heißt, für unsere Kunden gibt es hier keine Kreditklemme“, folgert Aich.
Doch auch die Sparkasse sorgt vor: Grundsätzlich werde eine „Kreditwürdigkeitsprüfung“ vorgenommen, sagt Aich. „Wenn wir dann sehen, dass ein Kunde gravierende Probleme hat, betreuen wir ihn noch intensiver“ – dann nicht mehr vom Firmenkundenbetreuer, sondern vom Kreditmanagement. Dem gehören auch Spezialisten für Sanierungen an. Auf die wiederum würde Albert Weber sicherlich liebend gerne verzichten.
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