DeutschContactSitemapImprint

09.11.2010

Weber is angry about General Motors

Stefanie Lorenz, Schwäbische Zeitung

Following you can read the original text, published in a local paper: MARKDORF - Seinem Ärger über das Geschäftsgebahren von General Motors hat Albert Weber, Chef der Weber Automotive GmbH, gestern beim Besuch des CDU-Bundestagskandidaten Lothar Riebsamen Luft gemacht. Durch die Stornierung eines Auftrags für Kurbelwellen durch GM im vergangenen Jahr sei ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich entstanden.

[Translate to english:] Der Ärger ist Albert Weber deutlich anzumerken: Mit einer großen Portion Wut in der Stimme berichtet der Firmenchef dem CDU-Politiker Lothar Riebsamen, wie sehr ihn die jüngsten Vorgänge bei Opel und General Motors auf die Palme bringen. "Es ist skandalös, wie die Bundesregierung Opel mit Steuergeldern am Leben erhält", regt sich Weber auf. Wenn der Staat schon helfen wolle, dann dürfe er den Mittelstand nicht außen vor lassen. Viel besser wäre es aber, so Weber, wenn der "Staat sich raushält".

Besonders verärgert ist er über die Nachricht, dass General Motors Opel verbiete, Produkte nach Amerika zu exportieren. Diesen Ärger kann Lothar Riebsamen nachvollziehen. "Wo sind wir denn?", redet sich Albert Weber in Rage. Überhaupt lege GM ein Geschäftsgebahren an den Tag, das nicht in eine ordentliche Welt gehöre, urteilt Weber und berichtet von eigenen, schlechten Erfahrungen mit der Firma.

GM storniert Auftrag

So sei bereits 2006 ein großer Auftrag von General Motors bei Weber Automotive eingegangen. 250 000 bis 300 000 Kurbelwellen sollten produziert werden. Daraufhin habe man alles vorbereitet. Mitte des letzten Jahres dann die Schreckensnachricht für den Markdorfer Betrieb: GM stornierte per Mail den Auftrag. Durch diesen "Vertragsbruch hoch drei" sei ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich entstanden.

Man habe versucht, der Firma mit juristischen Mitteln beizukommen, jedoch keinen Anwalt in den USA gefunden, der bereit gewesen wäre, das Mandat für die deutsche Firma zu übernehmen. Eine weitere Zusammenarbeit mit GM lehnt Albert Weber für die Zukunft konsequent ab. "Wir wollen mit denen nicht mehr zusammenarbeiten", empört sich Weber.

Unverständlich ist für ihn deshalb, dass die Regierung so viele Milliarden für Opel auf den Tisch lege. "Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung Opel Bürgschaften gibt. General Motors soll erst einmal seine Zusagen bei deutschen Zulieferanten einlösen", mahnt der Firmenchef an.

Doch es gibt auch zuverlässige Vertragspartner, wie etwa der US-amerikanische Motorenhersteller Cummins. Seit November baut die Markdorfer Firma Motorenblöcke und Zylinderköpfe für diesen Kunden. Dadurch gebe es eine 55 bis 60-prozentige Produktionsauslastung. "Cummins hat die gleichen Grundwerte wie wir und steht zu seinen Verträgen", lobt Albert Weber.

Der Unternehmer nutzt auch die Chance, mit seiner Meinung nach falschen Urteilen über den Hybridantrieb aufzuräumen. Dieser werde zukünftig die Alternative zum Verbrennungsmotor sein. Das Unternehmen sei Vorreiter bei neuen Motoren, Weber Motor stellt unter der Bezeichnung MPE - Multi purpose engine - leistungsstarke Motoren her.

Gerade teurere Großfahrzeuge seien prädestiniert für Hybridmotoren. Es sei viel schwieriger, in ein kleines Fahrzeug mit geringen Herstellungskosten einen solchen Motor einzubauen, als in ein großes Fahrzeug, das bisher mit einem Acht- oder Zehnzylindermotor betrieben wurde.

Albert Weber plädiert für globales Denken. Ein großer Fortschritt wäre für ihn, wenn die Amerikaner mit ihren Fahrzeugen, die teilweise 20 Liter Benzin auf hundert Kilometer fressen, auf andere Antriebe umsteigen würden und somit trotz ihrer großen Autos auf einen Spritverbrauch von sieben bis acht Litern kommen würden. Weber gibt Lothar Riebsamen mit auf den Weg, dass die Politik den Druck auf die Automobilhersteller erhöhen müsse. "Die Politik muss Rückgrat beweisen und darf sich nicht durch die Lobby-Arbeit der großen Automobilhersteller weichklopfen lassen", betont Weber.